Wenn uns Träume fordern - Aufgeben oder Weitermachen?

Träume sind mittlerweile ein fester Bestandteil unseres Lebens. Wir dürfen "groß" träumen, Ziele anspruchsvoll stecken und sogar erwarten, dass wir unsere Wünsche erfüllt bekommen. Dass Träume jedoch auch eine gehörige Portion Leidenschaft, Engagement, Durchhaltevermögen und Frustrationstoleranz fordern, ist weniger populär. Wann lohnt es sich, für Träume zu kämpfen und wann dürfen sie getrost aufgegeben werden?

 

In einer Gesellschaft, die sich auf ihre Fahnen heftet, wir sollen für unsere Träume kämpfen, kommt das Aufgeben selbiger einem Scheitern gleich. Doch Träume dürfen sich ändern, weil wir uns ändern. Und wir dürfen Träume loslassen, weil es Platz für neue Bedürfnisse schafft. Zwei wesentliche Aspekte sind dabei relevant:

 

  • Unsere Träume sind Ausdruck unserer Persönlichkeit und müssen von niemandem verstanden werden.

 

  • Wir bestimmen, wann ein Traum losgelassen werden darf.

 

Um zu entscheiden, ob und wann wir einen Traum aufgeben, hilft es, ihn zu prüfen. Und zwar ehrlich, konsequent und mit der Gewissheit, dass es viele weitere Gelegenheiten zu träumen gibt. In nachfolgender Tabelle finden Sie einige Impulse, die den Hintergründen Ihrer Träume auf den Grund gehen. Nützen Sie sie als Orientierungshilfe, als Einstieg in Ihre Gedankenjonglage und beobachten Sie aufkommende Gefühle. Gerade wenn es um Entscheidungen geht, die sachlich geprüft werden, sind unsere Gefühle ein zuverlässiger Kompass.

                      Für ein Weitermachen spricht...

 

  • Träume lassen uns wachsen. Und zwar schon auf dem Weg zum Ziel. Wo wären Sie, wenn Sie die Wachstumsschmerzen ver-gangener Träume nicht erlebt hätten?

 

  • Erfolg über Nacht ist ein Mythos. Aber steter Tropfen höhlt den Stein. Welche Teilerfolge haben Sie bereits verbucht? Wie haben Sie sich dafür belohnt? Wo stehen Sie derzeit auf Ihrem Fortschritts-balken?

  • Jedem Traum, der in die Realität eingebettet werden soll, muss Zeit gegeben werden. Zeit um sich zu entwickeln, zu entfalten und schließlich erfüllt zu werden. Vorschnelles Aufgeben zerstört eine Saat, die vielleicht gerade dabei ist, zu keimen. Wie viel Zeit wollen Sie sich geben? Wer bestimmt, wann Ihr Traum zu viel Zeit verschlungen hat? Und was macht ein Zeitrahmen mit Ihrem Traum?

  • Risikobereitschaft ist eine wesentliche Komponente, um Träume zu verwirklichen. Wir müssen daran glauben, unsere Träume leben zu dürfen, aber auch das damit verbundene Risiko tragen können. Garantie auf Erfolg wird es niemals geben. Wie viel Raum geben Sie sorgenvollen Gedanken? Was würde im ungünstigsten Fall passieren? Und wie würde es dann weitergehen?

  • Einen Traum mit den Worten "Wenn ich es jetzt nicht versuche, werde ich es irgendwann bereuen" konsequent zu verfolgen, wird Sie beflügeln. Nützen Sie diese Energie. Erfüllt sich Ihr Traum nicht, können Sie ihn zumindest mit der Überzeugung loslassen, den Moment genützt zu haben. Was wollen Sie am Ende Ihres Lebens unbedingt erlebt haben?

  • Wir schulden es uns, unsere Leidenschaft zu leben. Geben Sie sich nicht mit weniger zufrieden. Unsere Ansprüche zu tief anzusetzen führt schlimmsten-falls dazu, dass wir unter unseren Möglichkeiten bleiben. Wo liegen Ihre Leidenschaften? Wo sehen Sie Ihre Möglichkeiten? Und Ihre Gelegenheiten?

  • Ihr Umfeld wird davon profitieren, wenn Sie Ihre Träume leben. Sie werden ausgeglichener, energie-geladener und großzügiger werden. Wer würde besonders von Ihrem Erfolg profitieren? Und was empfinden Sie dabei?

  • Unsere Lebenszeit ist begrenzt. Nützen Sie sie. Wenn ein Traum Sie und Ihre Liebsten glücklich macht, hat er eine Chance verdient. Wie wollen Sie vorgehen? Welchen ersten Schritt wollen Sie setzen?

     Für ein Aufgeben spricht...

 

  • In der Fachsprache kennen wir das eskalierende Commitment. Das ist eine persönliche Neigung, sich einer zuvor getroffenen Entscheidung verpflichtet zu fühlen und weitere Ressourcen (Zeit, Geld, etc.) zu investieren, obwohl sie sich bisher als nicht zielführend erwiesen hat. Wie groß ist Ihr Pflichtgefühl? Wem oder was verpflichten Sie sich? Und warum?

  • Wird ein Traum irgendwann ausschließlich für andere verfolgt, leben Sie nicht Ihr Leben, sondern richten es nach den Erwartungen anderer aus. Die eigenen Träume mit Ihren Bezugspersonen abzusprechen und die Umsetzungsparameter zu klären ist für das langfristige Gewinnen unerlässlich. Ausstiegsszenarien müssen aber ebenso thematisiert werden. Zu scheitern ist Teil des Lebens. Verschwenden Sie nicht Ihre Energie an Wunsch-vorstellungen, wenn es Zeit ist loszulassen. Wollen Sie einen Traum aufgeben? Wer oder was hindert Sie daran?

  • Spätestens wenn sich Hoffnungs-losigkeit, Schlafstörungen, körperliche und/oder seelische Symptome bemerkbar machen, ist es Zeit, Kosten und Nutzen Ihrer Träume zu prüfen. Ein Coaching beispielsweise kann hier neue Impulse setzen. Wie viel bringt Ihnen Ihr Traum, wie viel kostet er Sie?

  • Wenn unsere Träume mit erheblichen Nachteilen für andere verbunden sind, dürfen wir auch "abgespeckte" Varianten unserer Ziele entwickeln. Ein Pyrrhussieg ist kein Erfolg. Wem ist geholfen, wenn Sie mit aller Konsequenz etwas durchsetzen wollen und Ihre Liebsten darunter leiden?

Träumen Sie, wachsen Sie, glauben Sie an sich und genießen Sie jeden noch so kleinen Erfolg gemeinsam mit Ihren Lieben! Seien Sie aber auch fair genug, sich neue Träume zu suchen, wenn Sie sich auf dem Weg zu bestehenden, anders entwickelt haben. Und dann beginnen Sie wieder überschwänglich Ihre Ziele auszumalen. Denn wie formulierte es Steve Jobs einst treffend?

"Leute, die verrückt genug sind zu denken,

dass sie die Welt ändern können, tun es auch."

 

In diesem Sinne, herzlichst

 

Tamara Nauschnegg

 


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