Advent ohne Stress - 7 Tipps für maximale Gelassenheit im Advent

Alljährlich weckt der Advent eine längst verloren geglaubte Seite in uns. Wir werden zum staunenden Kind und genießen das Gefühl, dass doch alles möglich sein kann. Es ist die Zeit, in der selbst die abgeklärtesten "Eisblöcke" unter uns zu schmelzen beginnen und unsere "Alles wird gut"-Parole zur kurzzeitigen Überzeugung wird. Doch bis alles - zumindest vorübergehend - gut wird, wird es meist so richtig anstrengend.

Akribisch arbeiten wir die Geschenkeliste ab, um das Christkind und den Weihnachtsmann zu unterstützen, hetzen von Geschäft zu Geschäft, tanzen auf mehreren Bällen und sitzen in verpflichteter Harmonie bei der alljährlichen Weihnachtsfeier. Der Kollege, der uns stets den letzten Nerv raubt, wird plötzlich zum besten Freund und immerhin kurzzeitig wollen wir sogar daran glauben. All das kostet Energie. Energie, die am Ende des Jahres nicht unbedingt mehr vorhanden sein muss. Da das neue Jahr - und damit der neue Kreislauf - meist viel zu schnell an unsere Türe klopft, wollen wir uns einige Möglichkeiten ansehen, wie der Advent nicht zum Weihnachtswahnsinn, sondern zu einem wohlverdienten, entspannten Jahresausklang wird.

 

Tipp #1: Einteilung

Auch wenn es nicht jede/r gerne hört: Vieles ist eine Sache der Einteilung. Geschenke, Baum und Co müssen nicht am 24. Dezember besorgt werden. Der Advent zieht sich über vier Wochen und diese dürfen - neben Glühweintrinken und Keksebacken - auch für Besorgungen genützt werden. So manche/r Weihnachtsstressvermeider/in besorgt bereits unter dem Jahr die eine oder andere Besonderheit und kann sich im Advent mehr den Genüssen hingeben. Gehören Sie hingegen zu jenen, die Kaufhäuser in homöopathischen Dosen genießen, dann ist es ratsam, die Besorgungen schon zu Beginn des Advents zu erledigen. Sie vermeiden auf diese Weise den Kampf gegen die verrinnende Zeit und entkommen damit auch dem Höhepunkt des Kaufhausgetümmels kurz vor dem 24. Dezember. Übrigens: Sie müssen nicht alles allein bewerkstelligen. Teilen Sie Ihre Besorgungen unter den Familienmitgliedern auf und vertrauen Sie darauf, dass das Loslassen von Kontrolle zu kreativen Überraschungen führt. Weihnachten ist das Fest der Familie, beziehen Sie sie daher auch so früh wie möglich ein.

 

Tipp #2: Keine zu hohen Erwartungen

Der Advent kann die Geschehnisse des Jahres nicht kompensieren. Sie erwarten Harmonie, Liebe und Rücksicht? Dann zeigen Sie sie. Erwarten Sie aber nicht, dass alle Zwistigkeiten des Alltags mit einem Mal verschwunden sind und Sie Ihren Widersachern in die Arme fallen werden. Der Advent bringt uns näher, macht uns emotionaler, aber einen Anspruch darauf gibt es nicht. Genießen Sie stattdessen das Mehr an Gefühlen und freuen Sie sich über die Nettigkeiten Ihrer Mitmenschen. Erwarten Sie diese aber nicht. Denn insbesondere in der Weihnachtszeit nehmen Stress und Hektik für viele zu. Seien Sie also nachsichtig und geben Sie Ihre Weihnachtsgelassenheit - die sich nach dem Lesen der Tipps einstellen wird - an Ihr Umfeld weiter. ;-) Übrigens, wie unter dem Jahr gilt auch in der Adventszeit: Sie müssen nicht perfekt sein. Niemand erwartet einen perfekten Weihnachtsabend und meist sind die spontansten Abende die schönsten. Und wenn der Truthahn verschmort ist, Omas Plätzchen steinhart sind oder der Weihnachtsbaum mehr einem wissenschaftlichen Experiment gleicht, dann hat das Weihnachtsfest 2017 seine unverwechselbare Geschichte. ;-)

 

Tipp #3: Adventaktivitäten

Kaum eine Zeit bietet so viele Gelegenheiten für Freizeitaktivitäten wie die Weihnachtszeit. Spaziergänge in der Dämmerung lassen jedes Romantikerherz höherschlagen, die Weihnachtsmärkte warten mit Punsch, Keksen und Kunsthandwerk auf, die Wintersportregionen locken mit verschneiten Pisten und gemeinsames Musizieren, Keksebacken oder entspannte Shoppingtouren bringen Freunde einander näher. Tun Sie was Ihr Weihnachtsherz begehrt und tun Sie es oft. Jede Aktivität wird Sie entschleunigen und die Adventszeit unvergesslich machen. Eine meiner persönlichen Lieblingsaktivitäten ist das Ansehen klassischer Weihnachtsfilme à la "Schöne Bescherung". Bereits die Titelmusik entspannt mich und schenkt mir das Gefühl "Alles ist gut". Ein wesentlicher Aspekt beim Gestalten des Advents ist die Selbstbestimmtheit. Nützen Sie die Zeit, um sich auf die eigenen Bedürfnisse zu besinnen. Hier geht es nicht um Egoismus. Es geht darum, innezuhalten und Kraftreserven aufzubauen. Und das gelingt nur selten, indem wir uns permanent nach den Bedürfnissen anderer richten. Das gilt im Übrigen auch für Verwandtenbesuche. Sich von schlechtem Gewissen und falsch verstandener Pflicht leiten zu lassen, hilft niemandem.

 

Tipp #4: Der 24. Dezember ist nicht das Ziel

Das 24. Türchen des Adventkalenders ist meist größer als die anderen und zeigt uns damit den Gipfel des Advents an. Kein Wunder also wenn der Druck und die Anspannung mit fortschreitenden Tagen größer werden. Wir stellen uns einem künstlichen Wettrennen, um die großartigsten Erinnerungen zu schaffen und vergessen dabei den Genuss, die Harmonie und die Besinnlichkeit. Ist schließlich erst einmal der 24. Dezember vorüber, stellt sich eine Art "Weihnachtskater" ein. Das süße Nichtstun wird zur Verpflichtung und sorgt nicht für Entspannung, sondern überbrückt lediglich die Zeit bis zum Jahreswechsel. Ein wehmütiges "Das war es jetzt?" wird dann meist noch durch Verwandtenbesuche erstickt. Und allem Entspannungsbedürfnis zum Trotz beginnen wir schon gleich mit dem Organisieren der Silvesterparty. Machen Sie aus dem Advent keinen Verpflichtungsmarathon. Der 24. muss auch nicht dessen Gipfel sein. Entdecken Sie die vielen Highlights und nehmen Sie sich bewusst vor, es langsamer anzugehen. Wenn Sie sich zwingen müssen zehn Minuten Pause zu machen, läuft bereits etwas schief. Gönnen Sie sich die besinnliche Zeit und machen Sie kein Wettrennen daraus. Weniger ist doch meist mehr.

 

Tipp #5: Moderne Tradition

Stress entsteht meist durch das Absolvieren eines Programms, das nicht unseren Ideen entspricht. Zur Weihnachtszeit besinnen sich viele auf Traditionen, die sie im Alltag nicht leben und sehen sich in der Pflicht, diese zumindest einmal im Jahr hochzuhalten. Wenn es Ihnen Freude bereitet, ist das ein besonderes Erlebnis. Wenn es Sie hingegen stresst, dann ist es Selbstsabotage. Sie müssen nicht Ihr altes Musikinstrument hervorkramen, um am 24. vor der Familie zu brillieren. Auch müssen Sie nicht zehn Sorten Kekse backen und schon gar kein mehrgängiges Menü am Weihnachtsabend zaubern. Traditionen sind etwas Wertvolles, sie dürfen aber mit Ihrem modernen Lebensstil kombiniert werden. Schaffen Sie Ihre eigenen Traditionen. Sie leben im 21. Jahrhundert, Sie dürfen das. Wer soll Ihnen böse sein? Und warum?

 

Tipp #6: Aromatherapie

Die Aromatherapie hat in der kalten Jahreszeit Hochsaison. Sie können von ihrer Kraft über Ölkompositionen in Duftlampen, Riechstiften, in Getränken oder im Badewasser profitieren. Entscheidend ist, 100%-ig naturreine ätherische Öle zu verwenden. Einige Tipps für die Anwendung gebe ich in meinem Beitrag "Keine Macht dem Herbstblues - 11 Tipps für einen goldenen Herbst".

 

Tipp #7: Spannungen abbauen

Anspannungen lassen sich durch Bewegung lindern. Je gestresster wir uns fühlen, umso stärker verkrampfen sich die Muskeln. Einfaches Gehen reduziert diese Anspannungen und lässt unseren Kopf zur Ruhe kommen. Spaziergänge in der Natur sind übrigens Einkaufszentren überlegen. Die Hektik anderer Menschen kann anstecken und die Geräusch-, Geruchs- und Lichtüberflutung spannt zusätzlich an.

 

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen wunderschönen Start in den Advent und viele schöne Erlebnisse.

 

Herzlichst, Tamara Nauschnegg

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Eva (Freitag, 16 Dezember 2016 19:57)

    "Schaffen Sie sich Ihre eigenen Traditionen. Sie leben im 21. Jahrhundert. Sie dürfen das." - WELTKLASSE!!!!!!! :-) :-) :-)